Antennenmast

Jede Drahtantenne muss irgendwie aufgestellt bzw. aufgespannt werden. Hier soll es vor allem um eine Lösung für den portablen Betrieb gehen, also alles möglichst klein und leicht und schnell auf- und abzubauen.

Schiebemaste - auch solche die portabel sind - fallen für mich aus. Abgesehen davon, dass sie recht teuer sind sind sie vor allem zu schwer. Außerdem brauche ich für meine Antennen keine große Steifigkeit des Mastes, denn der Strahler wird nicht zur Seite abgespannt. Ich benutze statt dessen Stippruten aus Glasfaser von 12m Länge. Die sind auch nicht ganz billig aber es gibt Angebote für Stippruten zweiter Wahl (mit Farbfehlern).

Anbauteile

Da die Hülsen der Angelrute völlig glatt sind muss zunächst eine Möglichkeit zur Abspannung angebaut werden. Dazu versehe ich die unterste Hülse an ihrem oberen Ende mit drei gummierten Rohrschellen welche jeweils um 120 Grad gegeneinander verdreht aufgeschoben werden. Achtung: die Spannschrauben nicht zu fest ziehen sonst verformt sich die Masthülse und die darüber liegende Hülse kann nicht mehr heraus gezogen werden.

Rohrschelle mit Gummieinlage
Bildquelle: Amazon

Abspannung

An die drei Spannschrauben kann jetzt je ein Karabinerhaken und daran die Verspannung eingehängt werden. Sie besteht aus drei Spannfedern, drei gleich langen Seilratschen und drei Heringen. Die Spannfedern gleichen Dehnungen der Seilratschen aus so dass man nicht immer nachspannen muss. Bei den Heringen sollte man nicht zu geizig sein, simple Erdnadeln genügen den Anforderungen nicht. Die Enden der Seilratschen erhalten eine Schlaufe die über den Knebel der Heringe passen muss.

Zugfedern
Bildquelle: Amazon

Seilratschen und Heringe

Die Heringe werden wie folgt eingeschlagen:

  • einen Hering einschlagen,
  • Schlaufe einer Seilratsche darüber ziehen und in Richtung des zweiten Herings straff auslegen,
  • zweiten Hering am Ende der ersten Seilratsche einschlagen und Schlaufe der zweiten Seilratsche darüber ziehen,
  • beide Seilratschen so straffen, dass sich ihre Enden treffen und an dieser Stelle den dritten Hering einschlagen,
  • Schlaufe der dritten Seilratsche über den dritten Hering ziehen.


Jetzt den Mast in die Mitte des Dreiecks stellen, die drei Spannfedern mit den Seilratschen in die Schrauben einhängen und gleichmäßig straff ziehen. Anschließend kontrollieren ob der Mast gerade steht, gegebenenfalls korrigieren. Dazu hebt man den Mast leicht an und verschiebt das untere Ende.

fertig nach wenigen Minuten

Bei starkem Wind reicht die kurze Abspannung unten nicht. In diesem Fall schiebe ich vor dem Ausziehen ein Abspanndreieck mit eingehängten Abspannseilen über die Mastspitze die sich dann auf etwa 2/3 der Masthöhe festklemmt. 

Abspanndreiecke aus dem 3D-Drucker

Aufbau

Als nächstes den Mast mit der Antenne komplett aufbauen:

  • Mastspitze ausziehen und den Strahler daran befestigen. Draht mit einer Klammer an der Mastspitze fixieren.
  • Mast langsam ausziehen bis die Haspel in Reichweite kommt. Den Mast dabei leicht drehen damit sich der Strahler etwas um den Mast wickeln kann. Die Klammer hält den Draht dabei oben fest.
  • Haspel und Gegengewicht am Mast fixieren.
  • Mantelwellensperre und Speisekabel anschließen.
  • Gegengewicht abspannen und anschließen.

Sicherung

Ich habe die Erfahrung machen müssen, dass durch Regen, Wind und Sonneneinstrahlung die Hülsen an den Trennstellen lose werden. Der Mast rutscht dann plötzlich zusammen, dabei können die Ränder der Hülsen beschädigt werden.

Um das zu vermeiden benutze ich Planenspanner die ich an den Trennstellen um den Mast spanne. Sollte dann der Mast kollabieren werden die Hülsen nur langsam nach unten rutschen.

Planenspanner an der Trennstelle der Masthülsen

Übrigens sind Planenspanner im Portabelbetrieb auch für diverse andere Zwecke ein gutes Werkzeug, z.B. um die Kabelwickel zu fixieren.